Zwei Tage in der spanischen Hauptstadt Madrid

Gran Via in Madrid

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Im Herzen der iberischen Halbinsel, auf einem Hochplateau, das ihr den Namen „Stadt unter dem Himmel“ verlieh, liegt Spaniens Hauptstadt Madrid. Die größte Stadt Südeuropas gilt als kulturelle Hochburg Spaniens. Madrid ist eingeteilt in 21 Stadtbezirke, die wiederum in sogenannte Barrios, Stadtteile, verzweigt sind. Alleine diese Aufteilung macht bewusst, dass ein zweitägiger Kurztrip eine große Herausforderung ist und sicher nicht der einzige Ausflug in die Stadt der Paellas, des Schinkens, der Tapas, des Vino Tinto und der Erdbeeren bleibt.

Die Anreise nach Madrid

Wer mit dem Flugzeug anreist, fährt vom Flughafen mit der Metro nach Madrid, die wache, fröhliche und sehr lebendige Stadt mit unzähligen kleinen Cafés, Modelokalen, Tapas-Bars und Bodegas. Für den späteren Abend locken renommierte Restaurants und Diskotheken. Es darf also eher Fiesta denn Siesta erwartet werden. Neben großen luxuriösen Hotels bieten kleine familiäre Pensionen günstige komfortable Unterkünfte an, die, zentral gelegen,  idealer Ausgangspunkt für Sightseeing-Touren durch die Stadt sind.

Madrid – Die Stadt der Plazas

Madrid bezaubert durch die vielen historischen Plätze, die Plazas, die sich zum größten Teil alle entspannt zu Fuß entdecken lassen. Hier treffen alle Schichten des Landes aufeinander und hauchen der Stadt das turbulente Leben ein, für das es so bekannt und beliebt ist. Ein erster Besuch, je nach Lage der Unterkunft, könnte der Plaza de la Puerta del Sol gelten. Er ist der unangefochtene Mittelpunkt der Stadt und nicht nur das. Der Plaza de la Puerta del Sol ist das Herz Spaniens. Hier befindet sich der Kilómetro Cero, der Kilometer Null, von dem die sechs großen Nationalstraßen ins Land führen. Die beiden größten Fußgängerzonen ziehen sich wie Adern durch das Zentrum. Der Platz präsentiert stolz das Wahrzeichen Madrids, die historische Bärenstatue aus Bronze. Der Bär steht aufrecht an einem Erdbeerbaum mit Blick auf den traditionellen Erdbeerkorb und das imposante Stadtwappen. Weitere Menschentrauben bilden sich um das Reiterstandbild Karls III. Der Bourbonenkönig sitzt erhaben auf der Mitte des Puerta del Sol zu Ross.

Ein Torgewölbe führt den Urlauber auf den im 15. Jahrhundert erbauten Plaza Mayor. Dieser Platz im Zentrum der Altstadt Madrids ist, obwohl in sich geschlossen und autofrei, der beliebteste und darum auch belebteste Ort, auf dem sich Madrileños ebenso treffen, wie die Millionen Touristen und Besucher der Stadt. Nach einer bewegten Geschichte als Stätte von Verbrennungen am Scheiterhaufen und Seligsprechungen, als Austragungsort von traditionellen Stierkämpfen, ist der Plaza Mayor heute als Konzertplattform konzipiert, auf dem sich das Who is Who der Gesangskunst das Mikrofon in die Hand geben. Entsprechend finden sich vielfältige Künstlercafés und Bars an Saum des Plazas. Inwieweit das sensationelle Angebot unterschiedlicher Schinkenkreationen auf die Tradition der Stierkämpfe zurückzuführen ist, bleibt fraglich. Ohne Frage findet sich auf dem Plaza Mayor das wohl größte Schinkenangebot der Stadt. Feinkostläden wie das Museo de Jamon oder das Casa de Jamon bieten herzhafte Snacks und gigantische ganze Schinken, die ohne Probleme die Frühstückstische der nächsten Monate schmackhaft gestalten. Es empfiehlt sich das Treiben des Plaza Mayor für eine kurze Weile, vielleicht bei einem Schinkensnack und einem Glas vollmundigen Riojas in sich aufzusaugen und zu konservieren. Dieser Platz ist der Inbegriff der Lebensfreude.

Über die Gran Via hinweg, erreicht der Urlauber den spanischen Platz, die Plaza de España, und wird vom Cervantes-Denkmal begrüßt, das mit Don Quijote, dem Ritter der traurigen Gestalt und seinem Knappen Sancho Pansa, inmitten des Platzes strahlt. Hier kommen Film- und Architekturfans auf ihre Kosten, denn an den Häusern am Rande des Platzes haben sich die wohl begabtesten Fassadengestalter und Stuckateure Spaniens ausgelebt. Der Detailreichtum aus Schmiedeeisenkunst, märchenhaften Stuckarbeiten und facettenreichen Verzierungen begeistert Künstler und Fotografen gleichermaßen. Es besteht die Gefahr, Zeit und Raum total zu vergessen und sich in der Schönheit und Atmosphäre einfach zu verlieren.

Die imposantesten Sehenswürdigkeiten Madrids erwarten den Besucher auf der Plaza de Cibeles. Der Kybelebrunnen, der das Herz des Kreisverkehrs bildet, das Metropolis-Gebäude mit seiner weit sichtbaren, strahlend goldenen Kuppel, der Kommunikationspalast und die Banco de España sollten unbedingt besichtigt werden während eines Madridaufenthalts. Fußballfans schätzen und lieben diesen Platz als Austragungsort der legendären Feierlichkeiten von Real Madrid, wenn diese mal wieder eine Meisterschaft für sich entscheiden konnten.

Immer noch zu Fuß geht es weiter zum Unabhängigkeitsplatz, Plaza de la Independencia. Der angrenzende Retiropark lädt mit über 120 Hektar Fläche zu einem Ausflug ins Grüne inmitten der Hauptstadt ein, bevor der Weg weiter zum Plaza Oriente führt, dem Plaza, der Platz und Park zugleich ist. Er ist zwischen dem Palacio Real und der Oper angelegt und bekannt aus vielen königlichen Berichterstattungen. Der Königspalast ist zwar nicht Wohnsitz der Monarchen, wird aber zu allen repräsentativen Gelegenheiten genutzt und Gastgeber vieler bedeutender Staatsempfänge. Von hier aus geht es mit dem Wissen, den ersten Tag der Zweitagesreise perfekt genutzt und gefüllt zu haben, zurück zur Gran Via.

Wer in Madrid verweilt, kommt nicht umhin den sagenhaften und berühmten Prado zu besuchen. Der Prado ist das größte der unzähligen Museen der Stadt und bietet sich als Abschluss des Kurzurlaubs für den zweiten Tag an. Hier werden insgesamt drei Etagen Werke spanischer und europäischer Künstler und Meister wie Ribera, El Greco, Dürer oder Goya präsentiert. Umgeben ist der Prado vom botanischen Garten Madrids.

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